Nach der endgültigen Niederlage Napoléon Bonapartes legten Delegierte verschiedener europäischer Staaten auf dem Wiener Kongress vom 18. September 1814 bis 9. Juni 1815 die Grenzen in Europa neu fest und schufen so auch neue Staaten. Die politische Landkarte des Kontinents veränderte sich so erheblich. Vertreter aus rund 200 europäischen Staaten, Herr- sowie Körperschaften und Städten trafen sich in Wien unter der Leitung des österreichischen Außenministers Fürst von Metternich.
Nach dem Ende des Kongresses im Jahre 1815 schlossen sich die deutschen Einzelstaaten zum Deutschen Bund zusammen. Er war ein Staatenbund von bis zu 39 überwiegend deutschsprachigen Territorien und existierte von 1815 bis 1866. Der Deutsche Bund war Nachfolger des 1806 aufgelösten Heiligen Römischen Reiches und des napoleonischen Rheinbundes. Von Preußen und Österreich waren nur die Gebiete Bestandteil des Deutschen Bundes, die bereits zuvor zum Reich gehört hatten.
Ziel von 29 Herrschern kleiner und mittlerer Staaten war es, den Deutschen Bund durch einen Kaiser regieren zu lassen. Es gab den Vorschlag, die Kaiserwürde zwischen den mächtigsten Fürsten im südlichen Deutschland und dem mächtigsten Fürsten in Norddeutschland wechseln zu lassen. Die Befürworter des Kaisertums bevorzugten jedoch eine erneute Übernahme der Kaiserwürde durch Österreich, also durch Franz I. Dieser lehnte das Ansinnen aber ab.
Der Wiener Kongress ging ohne die Einführung des Kaisertums auseinander. Daher erfolgte am 8. Juni 1815 die Gründung des Deutschen Bundes als lockere Verbindung deutscher Staaten. Als Präsidialmacht führte Österreich den Deutschen Bund bis 1866. Seine Auflösung erfolgte nach der Beendigung des Deutschen Krieges von 1866, einer Auseinandersetzung des Deutschen Bundes unter Führung Österreichs mit dem Königreich Preußen und dessen Verbündeten.