951: Otto I. gewinnt die Herrschaft über Norditalien und begründet die Verbindung mit dem Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich)
962: Papst Johannes XII. krönt in Rom Otto I. zum Kaiser
1056 bis 1106 Regierungszeit Heinrichs IV.:
Machtkampf zwischen dem Kaiser und Papst Gregor VII., der sogenannte „Investiturstreit“ (1075); Edikt Gregors, Exkommunizierung Heinrichs, Gang nach Canossa (1077), Eroberung Roms und Vertreibung Gregors; in der Folge Erhebungen deutscher Fürsten gegen den König und nachhaltige Beschädigung des Königtums
1122: Wormser Konkordat
1123: Ende des Investiturstreits
1152 bis 1190: unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1155 Kaiserkrönung in Rom) Blütezeit kaiserlicher Macht im mittelalterlichen Deutschland
1250 bis 1273: nach dem Tode Kaiser Friedrichs II., der das Reich von Sizilien aus regiert hatte, „Interregnum“ von 23 Jahren („die kaiserlose Zeit“)
1257: das Königswahl-Gremium wird erstmals auf sieben Kurfürsten beschränkt, nachdem zuvor alle Reichsfürsten den König gewählt hatten
1273 bis 1291: mit Rudolf I. stellt zum ersten Mal das Haus Habsburg einen deutschen König – Beginn einer dynastischen Karriere, die im Reich bis 1806, in Österreich sogar bis 1918 andauern wird
1356 Erlass der „Goldenen Bulle“ durch Karl IV.:
Festlegung des Königswahlrechts (Mehrheitswahl) und Bestimmung des Kurkollegiums, das aus vier weltlichen und drei geistlichen Reichsfürsten bestehen soll: dem rheinischen Pfalzgrafen, dem Herzog von Sachsen, dem Markgrafen von Brandenburg, dem König von Böhmen und den Erzbischöfen von Mainz, Köln und Trier
1471: der Reichstag zu Regensburg verbietet zur Wahrung des allgemeinen Landfriedens die Fehde
1495: Verkündung des „Allgemeinen und ewigen Reichs-Landfriedens“ durch Kaiser Maximilian auf dem Reichstag zu Worms
1517: Der Augustiner-Mönch Martin Luther veröffentlicht seine 95 Thesen, Beginn der Reformation
1519 bis 1556: Regierungszeit Kaiser Karls V.; Vormachtstellung des Hauses Habsburg in Europa
1521: Luther, vom Papst als Ketzer gebannt, verteidigt seine Thesen auf dem Reichstag zu Worms und verweigert jeden Widerruf, Ächtung durch Kaiser Karl V.
1523 bis 1525: Ritteraufstände und Bauernkriege in Deutschland
1546/47 Schmalkaldischer Krieg: Kaiser Karl V. versucht, die protestantischen Reichsstände zur Rückkehr zum Katholizismus zu zwingen
1555: „Augsburger Religionsfriede“ beendet vorläufig die Zeit der Religionskriege und erkennt die lutherische Glaubenslehre an
1608: zur Abwehr der Gegenreformation schließen sich protestantische Reichsstände unter Führung des pfälzischen Kurfürsten zur „Union“ zusammen
1609: als Reaktion auf die Gründung der „Union“ bildet sich die von Herzog Maximilian I. von Bayern geführte katholische „Liga“
1618: „Prager Fenstersturz“: wegen des Verbots einer protestantischen Versammlung durch den Kaiser werden zwei kaiserliche Statthalter aus einem Fenster des Hradschin in den Burggraben geworfen; Aufstand der evangelischen böhmischen Stände und Wahl des pfälzischen Kurfürsten zum König von Böhmen – Auftakt zum 30-jährigen Krieg
1618 bis 1648: „Dreißigjähriger Krieg“ – Auseinandersetzung zwischen den evangelischen und den katholischen Reichsfürsten sowie diverser europäischer Mächte auf vielen verschiedenen Kriegsschauplätzen
1648: „Westfälischer Friede“ zu Münster und Osnabrück beendet den Dreißigjährigen Krieg
1740 bis 1786: unter Friedrich II. dem Großen erreicht die preußische Machtstellung in Deutschland und Europa ihren Höhepunkt
1756 bis 1763: „Siebenjähriger Krieg“
1793: nach der Ermordung des französischen Königs Ludwigs XVI. und seiner Frau Marie Antoinette erste militärischen Eingreifversuche Österreichs und Preußens; französische Truppen besetzen die österreichischen Niederlande (heutiges Belgien) und einige linksrheinische Reichsgebiete
1801: nach weiteren Niederlagen muss das Deutsche Reich im „Frieden von Lunéville“ auf sämtliche linksrheinische Gebiete verzichten
1803: Reichsdeputationshauptschluss: Entschädigung weltlicher Herrscher durch geistlichen Besitz
1806 (Juli): aus 16 west- und süddeutschen Teilstaaten bildet sich der „Rheinbund“; die Mitglieder sagen sich von Kaiser und Reich los, unterstellen sich Napoleons Protektorat und verpflichten sich, Hilfstruppen für die napoleonischen Kriege zur Verfügung zu stellen
1806 (6. August): Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation: Kaiser Franz II. legt die Krone nieder und erklärt das Reich für aufgelöst